Guatemala, Honduras

Schutz von minderjährigen Migranten in ihren Herkunfts-, Transit- und Zielländern

Die Zahlen von Kindern und Jugendlichen, die aus mittelamerikanischen Ländern in die USA migrieren sind aufgrund der Armuts- und Gewaltsituation in Guatemala und Honduras stark angestiegen. Sowohl die Menschen in Honduras als auch Guatemala leiden unter den starken sozialen Ungleichheiten und der Gewalt. Extreme Straflosigkeit, Korruption und mangelnde Regierungsführung gefährden die demokratischen Systeme und Institutionen beider Länder. Auch dies führt dazu, dass

 

Unterernährung, Kindersterblichkeit und Analphabetentum in diesen Mitteleinkommensländern nach wie vor Grundprobleme darstellen. Kinder aus armen Familien haben oft keinen Zugang zu Bildung sowie zur Gesundheitsversorgung. Ohne Bildungsperspektiven und aufgrund des geringen Einkommens ihrer Familien müssen viele Mädchen und Jungen arbeiten. Viele Kinder und Jugendliche werden von kriminellen Jugendbanden rekrutiert, für die sie aufgrund ihrer prekären Lage sehr zugänglich sind, oder sie werden massiv durch die Banden unter Druck gesetzt. Wegen mangelnder Zukunftsperspektiven und der gravierenden Gewaltsituation versuchen Kinder und Jugendliche ein neues Leben in den bena

 

chbarten Ländern zu beginnen, insbesondere in den USA. Viele von ihnen sind allein unterwegs. Laut UNICEF wurden in den Jahren 2015 und 2016 circa 100.000 unbegleitete Mädchen und Jungen an der Grenze zwischen Mexiko und den USA registriert. Viele von diesen minderjährigen Migranten stammen aus Guatemala und Honduras. Als unbegleitete minderjährige Migranten werden sie oft Opfer von Menschenhändlern, erfahren Gewalt und verschiedene massive Rechtsverletzungen. Kinder und Jugendliche in der Migration haben ein Recht auf Schutz. Doch ein zentrales Problem ist, dass die staatlichen Kindesschutzsysteme in den beiden Ländern nur unzureichend umgesetzt werden. An diesem Punkt setzt das Projekt der Kindernothilfe an.

 

Ziele und Aktivitäten

 

Ziel des Projekts besteht darin, bis zu 42.000 minderjährige Migranten in ihren Heimat-, Transit- und Zielländern besser zu schützen. Die Staaten werden durch die Einführung entsprechender Instrumente und Strukturen nachhaltig befähigt, ihrer Pflicht, die Rechte minderjähriger Migranten zu schützen, nachzukommen. Um die Einführung und Umsetzung der Kindesschutzsysteme zu erreichen, wird Lobbyarbeit betrieben. Ein Bereich der Lobbyarbeit in Honduras ist z. B., das um 70 % gekürzte Budget der nationalen Direktion für Kinder, Jugend und Familie (Dirección Nacional de Niñez, adolescencia y família; kurz: DINAF), die für das Wohl der Kinder und Jugendlichen zuständig ist, wieder zu erhöhen, um eine effektive Arbeit zu ermöglichen. Außerdem werden nationale Protokolle mit den Kindesschutzsystemen in Guatemala und Honduras ausgearbeitet und umgesetzt. Staatliche Institutionen sollen in der Umsetzung begleitet und gemonitored werden. Zudem werden Schulungen staatlicher und zivilgesellschaftlicher Akteure über Kinderrechte, Migration und Umsetzung der Protokolle durchgeführt. Hierdurch werden in Honduras beispielsweise verantwortliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu den Themen Migration und Kindesschutz sensibilisiert.

 

Erfolge und Herausforderungen

 

Die menschrechtsbasierte Konzeption des Projekts erlaubt es, an einigen Ursachen der Migration von Kindern und Jugendlichen zu arbeiten. Die Sensibilisierung der Öffentlichkeit, der Kinder und Jugendlichen selber, sowie der Pflichtenträger (d. h. insbesondere des Staates) sind auf diesem Weg ebenso bedeutsam und wichtig. Die Beeinflussung der politischen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger ist eine große Herausforderung, da Kinder und Jugendliche auf den politischen Agenden der Länder kaum eine Rolle spielen und die verantwortlichen Ministerien und Behörden meist mit zu wenig Ressourcen ausgestattet sind, um grundlegende Veränderungen einzuleiten. Es ist wichtig, das Interesse und die Motivation dieser Institutionen zu stärken und sie bei den angestrebten Veränderungsprozessen zu unterstützen.

 

Ansprechpartner

 

Kindernothilfe e. V.

Düsseldorfer Landstraße 180
47249 Duisburg

Judy Müller-Goldenstedt
T: +49 203 / 77 89 244
E: judy.mueller-goldenstedt(at)kindernothilfe.de
www.kindernothilfe.de

GIZ - Sektorprogramm „Menschenrechte einschließlich Kinder- und Jugendrechte umsetzen in der Entwicklungszusammenarbeit“

Friedrich-Ebert-Allee 36 + 40
53113 Bonn

Telefon +49 228 4460-3797
info(at)kinder-und-jugendrechte.de