Aktuelles


08.07.2019

Jemen: Cholera fordert bereits 193 Todesopfer

Die Cholerafälle im Jemen haben einen neuen traurigen Höhepunkt erreicht.
Bei dieser Wasserstelle im Jemen hat Save the Children das Wasser gechlort, damit sich Krankheiten nicht verbreiten können und die Gemeinde mit klarem und frischem Wasser versorgt ist. © Hadil Saleh / Save the Children

Dieses Jahr gab es bereits in den ersten sechs Monaten mehr Verdachtsfälle als im gesamten Jahr 2018. Mindestens 193 Kinder starben 2019 an cholerabedingten Krankheiten. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Jemen warnen, dass sich bereits über 200.000 weitere Kinder unter 15 Jahren mit Cholera infiziert haben könnten. Ein weiterer Anstieg wird befürchtet. 

„Die Zahl der Verdachtsfälle ist seit einigen Wochen auf ähnlichem Niveau, aber die Krankheit ist endemisch und wir befürchten einen starken Anstieg auf Grund der Regenfälle und Überschwemmungen. Solange der Konflikt anhält, es kein sauberes Wasser gibt und die Finanzierung der Hilfe im Jemen zu gering ist, können wir nur versuchen, so viele Kinder wie möglich am Leben zu erhalten", warnt Tamer Kirolos, Länderdirektor von Save the Children im Jemen.

Der Konflikt im Jemen hat einen Großteil der Infrastruktur für sauberes Wasser und sanitäre Einrichtungen beeinträchtigt, so dass rund 9,2 Millionen Kinder keinen angemessenen Zugang zu sauberem Wasser haben. Die Brennstoffverfügbarkeit schwankt, wodurch das Pumpen von Abwasser und die Müllabfuhr eingeschränkt werden und viele Regionen des Jemen einen Nährboden für Cholera bilden. Nur ein Ende des Krieges kann Kinder vor der weit verbreiteten Cholera schützen. Das Gesundheitssystem muss wieder funktionstüchtig werden, sonst besteht die Gefahr, dass noch mehr Menschen durch vermeidbare Krankheiten wie Cholera sterben.

Autor:
Save the Children
Quelle:
Kategorie:
Frieden und Sicherheit Kinder in bewaffneten Konflikten Gesundheit Recht auf eine gesunde Umwelt Recht auf Gesundheit Recht auf Schutz Aktuelles Save the Children Deutschland e.V.